拍品 59
  • 59

Augusto Giacometti

估價
180,000 - 250,000 CHF
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招標截止

描述

  • Augusto Giacometti
  • Maiskolben und Orangen II, 1946
  • Unten rechts monogrammiert; rückseitig signiert, datiert und betitelt
  • Öl auf Leinwand
  • 72 x 95.5 cm

來源

Nachlass Dr. Erwin Poeschel, Zürich, Nr. 263
Privatbesitz
Koller, Zürich, 07.12.2000, Nr. 3055
Privatbesitz Schweiz

出版

Hans Hartmann, Augusto Giacometti, Pionier der abstrakten Malerei. Ein Leben für die Farbe, Chur 1981, S. 260, Nr. 2111
Auktionskatalog, Koller, Zürich 2000, Nr. 3055, abgebildet

Condition

Not relined. Minor craquelure. Scattered, minor paint losses, two slightly more pronounced ones to the right in the leave of the corn cob. Consolidation recommended. Unter uv-light retouchings visible to the upper right and in the right orange of the pair placed outside the basket. Good condition.
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拍品資料及來源

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwickelten sich Stillleben zu einer eigenständigen Gattung, jedoch wird bereits von antiker Stilllebenmalerei berichtet. Die wohl berühmteste Anekdote ist der von Plinius überlieferte Künstlerwettstreit zwischen Zeuxis und Parrhasios, wonach Zeuxis anlässlich des Wettstreits ein so täuschend echtes Arrangement von Trauben malte, dass Vögel nach diesen pickten. Seines Sieges gewiss, bat er Parrhasios sein verhangenes Bild zu enthüllen. Zur Beschämung des Zeuxis war jedoch auch eben jener Vorhang gemalt.

Die Qualität unserer "Maiskolben und Orangen II" liegt offensichtlich nicht in einer photo-realistischen Wiedergabe, doch gerade darin begründet sich dessen Bedeutung innerhalb Augusto Giacomettis Oeuvre. So schrieb der Künstler:

"Das blosse 'Vor der Natur sitzen' und sie farbig mehr oder weniger gut wiederzugeben genügte mir eigentlich nie. Etwas in mir hat immer nach einem Wissen über die Farbe gestrebt. […]. Immer war es mir, als ob es ein Leben der Farbe an sich geben müsse, losgelöst von jedem Gegenstand. Also etwas, das schon vor der Welt der Gegenstände da war, und wovon die Gegenstände ihre Farbe entlehnen. Der Mohn hat sein Rot aus der farbigen Welt entlehnt. Beim Verblühen des Mohns geht das Rot wieder zurück zu farbigen Welt und kommt im anderen Sommer im neuen Mohn wieder zum Vorschein." [1].

So ging es Giacometti nicht nur um das ästhetische Arrangement ausgewählter Objekte sondern vornehmlich um die Darstellung von Farbe. Ganz in feinst nuancierten Gelb-, Orange- und Rottönen gehalten mit nur wenig grün beigemischt, hat er die warmen Herbsttöne dieser spätsommerlichen Erntepracht wiedergegeben, der Mohn als Reminiszenz an saftig-grüne Wiesen, Maiskolben, von satten Feldern geerntet, köstliche Orangen aus der Wärme des Südens. Tatsächlich wird es auch im nächsten Sommer wieder eine Ernte zu bedanken geben und mit ihr sinngemäss eine wiederkehrende Farbpalette für Augusto Giacometti, den grossen Schweizer Koloristen par excellence.

[1] Augusto Giacometti, Die Farbe und ich, Vortrag gehalten im Studio Fluntern am 14. November 1933