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PROPERTY FROM AN IMPORTANT PRIVATE COLLECTION

Ferdinand Hodler
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE IM WINTER
Estimate
2,000,0004,000,000
LOT SOLD. 4,292,400 CHF
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PROPERTY FROM AN IMPORTANT PRIVATE COLLECTION

Ferdinand Hodler
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE IM WINTER
Estimate
2,000,0004,000,000
LOT SOLD. 4,292,400 CHF
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Details & Cataloguing

Swiss Art / Swiss Made

|
Zurich

Ferdinand Hodler
1853 - 1918
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE IM WINTER

Provenance

Kunstsalon Wolfsberg, Zurich (1912)
Gysin-Mohler, Basel (1931)
Private collection (1981-2002)
Art Focus, Zurich (2002)
Private collection, Switzerland

Exhibited

Zurich, Kunsthaus, Ausstellung Ferdinand Hodler im Zürcher Kunsthaus, 1917, no. 344 (Stockhornkette mit Thunersee, Schneelandschaft, grau 1913)
Bern, Kunstmuseum, Hodler-Gedächtnis-Ausstellung, 1921, no. 470 (Stockhornkette mit Thunersee, 1912)
Studen, Fondation Saner, Max Buri und seine Zeitgenossen. Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Edouard Vallet, 2002, no. 52 (Thunersee mit Stockhornkette im Winter, um 1911)

ILLUSTRATED NOTE

Executed in 1912/1913.

Literature

C(arl) A(lbert) Loosli, “Generalkatalog”, in: C(arl) A(lbert) Loosli, Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, vol. 4, Berne 1921-1924, no. 1942 (Stockhornkette mit Thunersee, 1912)
Werner Y. Müller, Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Band 2. Reife und Spätwerk 1895-1918, Zurich 1941, p. 226, no. 183, ill. (Stockhornkette, verschneit, 1912), p. 204 (Die Stockhornkette), p. 490
Werner Y. Müller, „Landschaftskatalog“, in Werner Y. Müller, Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Band 2. Reife und Spätwerk 1895-1918, Zurich 1941, no. 467 (Die Stockhornkette, verschneit, 1912)
C(arl) A(lbert) Loosli „Generalkatalog – Nachtrag“, 1924-1959, 1942, no. 2904 (Stockhornkette im Winter, 1912(?))
Hans Mühlestein / Georg Schmidt, Ferdinand Hodler 1853-1918. Sein Leben und sein Werk, Erlenbach-Zurich 1942, p. 447, annotation 3 (Stockhornkette im Winter, um 1912)
Max Buri und seine Zeitgenossen. Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Edouard Vallet, exhibition catalogue, Bern 2002, no. 52, (Thunersee mit Stockhornkette im Winter, um 1911), p. 117, no. 138, ill.
Oskar Bätschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler. Catalogue raisonné der Gemälde. Die Landschaften, Zurich 2008, vol. 1, sub. Vol. 2, p. 388-390, p. 389, no. 479, ill. (in colour)

Catalogue Note

Zwischen November 1912 und Mai 1913 hielt sich Ferdinand Hodler mehrmals am Thunersee auf, wo er seine Freundin Valentine Godé-Darel besuchte, die in Hilterfingen zur Erholung weilte. Anlässlich seiner Aufenthalte malte Hodler mehrere Ansichten der schneebedeckten Stockhornkette. Als Standort wählte er die nähere Umgebung von Oberhofen am nördlichen Ufer des Thunersees. Einige Gemälde führte er wohl vor Ort aus, weitere malte er vermutlich später in seinem Genfer Atelier. Die Gegend um den Thunersee war Hodler seit seiner Jugend vertraut.

Der halbstündige Fussweg von Steffisburg nach Thun, den er während seiner Lehrjahre bei Ferdinand Sommers Vedutenwerkstatt (1867-1871) zurücklegte, führte ihm die prächtige Bergwelt um den Thunersee jeden Tag vor Augen. Seinem Biografen Carl Albert Loosli berichtete er später von seiner Faszination für die Stockhornkette. Die Berner Alpen spielten auch für Hodlers künstlerische Entwicklung eine entscheidende Rolle. Der Maler wählte den Berg erstmals als zentrales Sujet für sein Calame Wettbewerbsbild „Un site alpestre“, mit dem er 1883 den ersten Preis gewann.

Charakteristisch für das vorliegende Gemälde Thunersee mit Stockhornkette im Winter ist die Reduktion auf kontrastierende Blau-, Grau- und Weisstöne, die zur Reliefwirkung des Gebirgsmassivs beitragen. Auffallend ist die vielseitige Gestaltung der Felspartien und der Abhänge, die sich durch feine Strukturen und einen flächigen Pinselauftrag auszeichnet. Der Landschaftsausschnitt wird vom diesseitigen hellen Uferstreifen und vom schwungvoll gemalten Wolkenband umrahmt, das die dynamische Linienführung des Bergmassivs aufnimmt. Die unregelmässige Abfolge von Gipfeln und Bergsatteln vermittelt eine rhythmisch bewegte Kontur, in der das Stockhorn als höchste Erhebung in die Nähe der Bildmitte gerückt ist. Das plastisch modellierte Gebirge ist mit einer dunkleren Linie umrissen, welche die Unregelmässigkeit der Stockhornkette akzentuiert, die ihrerseits einen Kontrast zur gleichförmigen Seeoberfläche bildet.

Hodler veranschaulichte mit dem Motiv des eisigen, verschneiten Gebirgszugs den Rhythmus, den er in der Natur beobachtete und den er mittels Form- und Farbwiederholungen visualisierte. Er hielt seine Beobachtung in einer Skizze von 1908/09 fest, die er als „Formen Rhythmus / Farben Rhythmus“ bezeichnete. Die Aufmerksamkeit, die Hodler der rhythmischen Gliederung seiner Kompositionen schenkte, war Wassily Kandinsky nicht entgangen. In seiner Publikation Über das Geistige in der Kunst von 1913 hob der russische Künstler insbesondere den innovativen Beitrag Hodlers zur rhythmischen Komposition hervor.

We would like to thank Dr. Monika Brunner, author of the Catalogue raisonné of paintings by Ferdinand Hodler, Swiss Institute for Art Research SIK-ISEA, for this text contribution.

Between November 1912 and May 1913, Ferdinand Hodler visited Lake Thun several times. Depicted here is the view from Oberhofen on the snow-covered Stockhorn mountain range. Hodler was particularly fascinated by the Stockhorn range and the silhouette of the Bernese Alps. With a view of the Stockhorn, Hodler won the coveted painting competition Concours Calame in 1883. Thunersee mit Stockhornkette im Winter is reduced in colour to blue, grey and white tones, which contribute to the relief effect of the mountains. The rocks areas are characterized by fine detailing and a surface brush application. Hodler uses the motif of the mountain range to illustrate the rhythm that he observed in nature and which he visualizes by means of form and colour repetition.

Swiss Art / Swiss Made

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Zurich