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Ferdinand Hodler
Estimate
3,500,000 - 4,000,000 CHF
bidding is closed
Description
- Ferdinand Hodler
- DER CHAMPFÈRSEELAKE CHAMPFÈR
- Unten rechts signiert
- Öl auf Leinwand
- 41 x 57 cm
Provenance
W. Deucher, Küsnacht (1968 - 1986)
Galerie Römer, Zürich (1986)
Privatbesitz (seit 1986)
Galerie Römer, Zürich (1986)
Privatbesitz (seit 1986)
Exhibited
Evtl. Zürich, Künstlerhaus, XI Serie 1907, 1907/1908, Nr. 11 (Campferersee)
Evtl. Frankfurt, Haus Herwig, Ausstellung von Werken Schweizer Künstler veranstaltet vom Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein im Auftrag des Frankfurter Kunstvereins, 1908, Nr. 45 (Campferersee)
Zürich, Kunsthaus/Biel, Städtische Galerie Biel, Ferdinand Hodler, Landschaften der Reife und Spätzeit, 1964, Nr. 32 (Silsersee)
Zürich, Kunsthaus, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde. Mitglieder zeigen ihr Lieblingswerk aus eigenem Besitz, 1968, Nr. 37 (Silsersee, um 1904)
Zürich, Galerie Römer, Ausstellung Hodler. Ölbilder und Zeichnungen aus der Sammlung Josef Müller sowie aus Schweizer Privatbesitz, 1986, Nr. 24
Chur, Bündner Kunstmuseum/St. Moritz, Segantini Museum St. Moritz, Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert, 1990
Evtl. Frankfurt, Haus Herwig, Ausstellung von Werken Schweizer Künstler veranstaltet vom Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein im Auftrag des Frankfurter Kunstvereins, 1908, Nr. 45 (Campferersee)
Zürich, Kunsthaus/Biel, Städtische Galerie Biel, Ferdinand Hodler, Landschaften der Reife und Spätzeit, 1964, Nr. 32 (Silsersee)
Zürich, Kunsthaus, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde. Mitglieder zeigen ihr Lieblingswerk aus eigenem Besitz, 1968, Nr. 37 (Silsersee, um 1904)
Zürich, Galerie Römer, Ausstellung Hodler. Ölbilder und Zeichnungen aus der Sammlung Josef Müller sowie aus Schweizer Privatbesitz, 1986, Nr. 24
Chur, Bündner Kunstmuseum/St. Moritz, Segantini Museum St. Moritz, Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert, 1990
Literature
Evtl. Hans Trog, "Aus dem Künstlerhaus", in: Neue Zürcher Zeitung, 20.12.1907, Nr. 352, Drittes Abendblatt, S. 1 (Campferersee)
Evtl. Hans Trog, "Schweizer Kunst in Frankfurt a. M. I. ", in: Neue Zürcher Zeitung, 09.02.1908, Nr. 40, Erstes Blatt, S. 1 (Campferersee)
Wilhelm Wartmann, Hodler in Zürich, Zürich 1919, S. 30 (Engadinersee)
Evtl. Jura Brüschweiler, "Ferdinand Hodler (Bern 1853 - Genf 1918), Chronologische Übersicht: Biographie, Werk, Rezensionen", in: Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, Berlin/Paris/Zürich 1983, S. 140 (Silsersee, 1907)
Galerie Römer, Ausstellung Hodler. Ölbilder und Zeichnungen aus der Sammlung Josef Müller sowie aus Schweizer Privatbesitz, Ausstellungskatalog, Zürich 1986, S. 42, Nr. 24, S. 43, abgebildet (in Farbe) (Der Champfèrsee, 1907)
Jura Brüschweiler, "Ferdinand Hodlers zweite Malerreise ins Engadin", in: Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Chur/St. Moritz 1990, S. 25, 26, 28 (Oberengadinerlandschaft, 1907)
Beat Stutzer, "Die Engadiner Landschaften Ferdinand Hodlers", in: Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Chur/St. Moritz 1990, S. 35, 44, 48, S. 49, abgebildet (in Farbe) (Der Champfèrsee, 1907)
Silvia Volkart, "Die Sammlung von Richard Kisling, Zürich, Aspekte ihrer Entstehungsgeschichte", in: Die Kunst zu sammeln, Schweizer Kunstsammlungen seit 1848, Zürich 1998, S. 78 (Campferersee)
Oskar Bärtschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, Die Landschaften, Bd. II, Zürich 2008, S. 308, Nr. 347, abgebildet (in Farbe)
Evtl. Hans Trog, "Schweizer Kunst in Frankfurt a. M. I. ", in: Neue Zürcher Zeitung, 09.02.1908, Nr. 40, Erstes Blatt, S. 1 (Campferersee)
Wilhelm Wartmann, Hodler in Zürich, Zürich 1919, S. 30 (Engadinersee)
Evtl. Jura Brüschweiler, "Ferdinand Hodler (Bern 1853 - Genf 1918), Chronologische Übersicht: Biographie, Werk, Rezensionen", in: Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, Berlin/Paris/Zürich 1983, S. 140 (Silsersee, 1907)
Galerie Römer, Ausstellung Hodler. Ölbilder und Zeichnungen aus der Sammlung Josef Müller sowie aus Schweizer Privatbesitz, Ausstellungskatalog, Zürich 1986, S. 42, Nr. 24, S. 43, abgebildet (in Farbe) (Der Champfèrsee, 1907)
Jura Brüschweiler, "Ferdinand Hodlers zweite Malerreise ins Engadin", in: Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Chur/St. Moritz 1990, S. 25, 26, 28 (Oberengadinerlandschaft, 1907)
Beat Stutzer, "Die Engadiner Landschaften Ferdinand Hodlers", in: Das Engadin Ferdinand Hodlers und anderer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Chur/St. Moritz 1990, S. 35, 44, 48, S. 49, abgebildet (in Farbe) (Der Champfèrsee, 1907)
Silvia Volkart, "Die Sammlung von Richard Kisling, Zürich, Aspekte ihrer Entstehungsgeschichte", in: Die Kunst zu sammeln, Schweizer Kunstsammlungen seit 1848, Zürich 1998, S. 78 (Campferersee)
Oskar Bärtschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, Die Landschaften, Bd. II, Zürich 2008, S. 308, Nr. 347, abgebildet (in Farbe)
Condition
Scattered retouchings along the edges visible under uv-light.
Good condition.
"In response to your inquiry, we are pleased to provide you with a general report of the condition of the property described above. Since we are not professional conservators or restorers, we urge you to consult with a restorer or conservator of your choice who will be better able to provide a detailed, professional report. Prospective buyers should inspect each lot to satisfy themselves as to condition and must understand that any statement made by Sotheby's is merely a subjective, qualified opinion. Prospective buyers should also refer to any Important Notices regarding this sale, which are printed in the Sale Catalogue.
NOTWITHSTANDING THIS REPORT OR ANY DISCUSSIONS CONCERNING A LOT, ALL LOTS ARE OFFERED AND SOLD AS IS" IN ACCORDANCE WITH THE CONDITIONS OF BUSINESS PRINTED IN THE SALE CATALOGUE."
"In response to your inquiry, we are pleased to provide you with a general report of the condition of the property described above. Since we are not professional conservators or restorers, we urge you to consult with a restorer or conservator of your choice who will be better able to provide a detailed, professional report. Prospective buyers should inspect each lot to satisfy themselves as to condition and must understand that any statement made by Sotheby's is merely a subjective, qualified opinion. Prospective buyers should also refer to any Important Notices regarding this sale, which are printed in the Sale Catalogue.
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Catalogue Note
Gemalt um 1907.
Im Frühherbst 1907 verbrachte Ferdinand Hodler einige Wochen im Engadin und malte in der näheren Umgebung von Silvaplana sechs Landschaften, darunter vier Varianten des Silvaplanersees sowie je eine Ansicht vom Piz Corvatsch und vom Champfèrsee. Für das vorliegende Werk wählte Hodler seinen Standort auf einer Wiese bei Silvaplana mit Blick in die nordöstliche Richtung. Der Bildausschnitt zeigt den Champfèrsee mit Halbinsel als schmale, dunkelblaue Streifen, eingebettet zwischen breit angelegten Grünflächen und Berghängen, die eine nach rechts abfallende Linie beschreiben. Der waldbewachsene Hügel am rechten Bildrand und die darüber sich auftürmende, vertikale Wolkenformation erzeugen einen kompositorischen Ausgleich zum Gipfel des Piz Padella (2856 M. ü. M.) links. Hodler umriss die Bergkuppen mit dunkler Farbe. Aus den Schilderungen von Willy F. Burger (Zürich 1882-Rüschlikon 1964), der den Künstler bei seinen Ausflügen im Engadin begleitete und ähnliche Landschaftsansichten malte, geht hervor, dass Hodler die Umrisslinie sowohl als Vorbereitung für die Bildanlage als auch zur Begrenzung von Flächen nutzte: "Und nun zu Beginn seiner Arbeit folgende Beobachtung: Warum bei seiner Vorarbeit die starken Rot- und Blaulinien? Er sagte mir, dass er alles klar trenne, gleich zu Beginn".
Hodler fing das Licht und die Farben eines stimmungsvollen Frühherbstes mit kontrastreichen satten Blau-, Grün- und weichen Ocker- und Rottönen ein und brachte mit dem Champfèrsee einmal mehr seine Präferenz für Farb- und Kontrastwirkungen zum Ausdruck. Hodlers Sichtweise auf die Natur dokumentiert ein Eintrag in einem Skizzenheft von 1907, worin sich der Künstler die kurzen, prägnanten Worten notierte: "Grün der Matten im Vergleich zu den hellen Wolken des Himmels, im Vergleich zu den dunklen Wäldern."
Hodlers Anwendung der Farbe in seinen Engadiner Landschaften fand in Hans Trog, Redaktor der Neuen Zürcher Zeitung, einen Bewunderer. Trog kommentierte die vom 12. Dezember 1907 bis 5. Januar 1908 ausgestellten Werke im Künstlerhaus in Zürich[1] wie folgt: "Für manche, die Hodlers Farbe gern als etwas Sekundäres betrachten, wird es eine der grossen Überraschungen bedeuten, sich auf Bildern wie etwa (….) dem Campferersee [sic], dem Corvatsch (…),einer ganz wundervollen Farbenfeinheit gegenüberzustehen. Wie weich und delikat da die koloristischen Werte zusammengehen, wie alle Härten in den Übergängen vermieden sind, dass ist von vollendeter Schönheit."
Wir danken Dr. Monika Brunner, Autorin Catalogue raisonné der Gemälde Ferdinand Hodlers, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA, für den Textbeitrag.
Im Frühherbst 1907 verbrachte Ferdinand Hodler einige Wochen im Engadin und malte in der näheren Umgebung von Silvaplana sechs Landschaften, darunter vier Varianten des Silvaplanersees sowie je eine Ansicht vom Piz Corvatsch und vom Champfèrsee. Für das vorliegende Werk wählte Hodler seinen Standort auf einer Wiese bei Silvaplana mit Blick in die nordöstliche Richtung. Der Bildausschnitt zeigt den Champfèrsee mit Halbinsel als schmale, dunkelblaue Streifen, eingebettet zwischen breit angelegten Grünflächen und Berghängen, die eine nach rechts abfallende Linie beschreiben. Der waldbewachsene Hügel am rechten Bildrand und die darüber sich auftürmende, vertikale Wolkenformation erzeugen einen kompositorischen Ausgleich zum Gipfel des Piz Padella (2856 M. ü. M.) links. Hodler umriss die Bergkuppen mit dunkler Farbe. Aus den Schilderungen von Willy F. Burger (Zürich 1882-Rüschlikon 1964), der den Künstler bei seinen Ausflügen im Engadin begleitete und ähnliche Landschaftsansichten malte, geht hervor, dass Hodler die Umrisslinie sowohl als Vorbereitung für die Bildanlage als auch zur Begrenzung von Flächen nutzte: "Und nun zu Beginn seiner Arbeit folgende Beobachtung: Warum bei seiner Vorarbeit die starken Rot- und Blaulinien? Er sagte mir, dass er alles klar trenne, gleich zu Beginn".
Hodler fing das Licht und die Farben eines stimmungsvollen Frühherbstes mit kontrastreichen satten Blau-, Grün- und weichen Ocker- und Rottönen ein und brachte mit dem Champfèrsee einmal mehr seine Präferenz für Farb- und Kontrastwirkungen zum Ausdruck. Hodlers Sichtweise auf die Natur dokumentiert ein Eintrag in einem Skizzenheft von 1907, worin sich der Künstler die kurzen, prägnanten Worten notierte: "Grün der Matten im Vergleich zu den hellen Wolken des Himmels, im Vergleich zu den dunklen Wäldern."
Hodlers Anwendung der Farbe in seinen Engadiner Landschaften fand in Hans Trog, Redaktor der Neuen Zürcher Zeitung, einen Bewunderer. Trog kommentierte die vom 12. Dezember 1907 bis 5. Januar 1908 ausgestellten Werke im Künstlerhaus in Zürich[1] wie folgt: "Für manche, die Hodlers Farbe gern als etwas Sekundäres betrachten, wird es eine der grossen Überraschungen bedeuten, sich auf Bildern wie etwa (….) dem Campferersee [sic], dem Corvatsch (…),einer ganz wundervollen Farbenfeinheit gegenüberzustehen. Wie weich und delikat da die koloristischen Werte zusammengehen, wie alle Härten in den Übergängen vermieden sind, dass ist von vollendeter Schönheit."
Wir danken Dr. Monika Brunner, Autorin Catalogue raisonné der Gemälde Ferdinand Hodlers, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA, für den Textbeitrag.
[1] Das Künstlerhaus befand sich an der Talgasse Nr. 5 in Zürich (an der Kreuzung Börsenstrasse-Talgasse, gegenüber der alten Börse) und diente bis zur Eröffnung des Kunsthauses im Jahr 1910 als Ausstellungsort.