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Félix Vallotton
Description
- Félix Vallotton
- LISIÈRE DE FÔRET, 1920EDGE OF THE WOOD, 1920
- Unten rechts Signaturstempel und datiert
- Öl auf Leinwand
- 65.5 x 81 cm
Provenance
Galerie Vallotton, Lausanne, Nr. 1004
Willy Räber, Basel (1963)
Privatsammlung, Basel
Thomas Geiser, Langenthal (1973)
Galerie Bruno Meissner, Zürich (1980)
Privatbesitz, Schweiz (1983)
Exhibited
Zürich, Kunsthaus, Félix Vallotton, 1965, Nr. 242
Literature
Marina Ducrey, unter der Mitarbeit von Katia Poletti, Félix Vallotton, 1865-1925, l'oeuvre peint, Catalogue raisonné, Bd. II, Lausanne/Zürich/Milan 2005, S. 736, Nr. 1364, abgebildet (in Farbe)
Condition
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Catalogue Note
Wir danken Marina Ducrey für den Textbeitrag.
Zu den Gemälden von Vallotton zählen rund 20 sogenannte „paysages composés“ zum Thema Unterholz. Fünf davon entstanden Anfang September 1920 in Honfleur. Die Inspiration dazu fand Vallotton zweifellos im nahe gelegenen Bois du Breuil, wohin er öfters auf seinem Fahrrad fuhr. Beherrscht von harten Kontrasten zwischen Licht und Schatten ist Lisière de forêt zweifelsfrei dasjenige der fünf Werke, das den zu dieser Zeit wechselhaften Gemütszustand des Malers am besten wiedergibt. Auf einen grauen Sommer folgt ein früher Herbst. So trübt sich auch die Stimmung Vallottons, der schon immer höchst sensibel auf Wetterbedingungen reagierte. Umso mehr, als er bald sein grosses Atelier in Honfleur schliessen und nach Paris zurückkehren wird. "Es herrscht etwas Tragisches und die Momente der Hoffnung werden immer seltener und schwächer“, notiert er am 1. September in seinem Tagebuch. Acht Tage später stellt er mit Bedauern fest: "Schon liegt der Duft der Äpfel in der Luft, der blaue Schiefer wird jeden Tag blauer und die Kelter singt bereits ihr Erntelied. Die erste Pracht des Herbstes ist unser Zeichen zum Aufbruch.“ Die Pracht des Herbstes, die hier in der Leuchtkraft der gelben Sträucher ausstrahlt, die sich anmutig über dem grünen und lila Farn erheben. Im Hintergrund lauert jedoch Gefahr, ganz im Einklang mit dem depressiven Gemütszustand des Künstlers: Rechts unterm Laub herrscht undurchdringliche Finsternis, während auf der linken Seite Schattententakel von mysteriöser Herkunft den Teil des Waldes zu verschlingen drohen, der sich noch klar von einem blauen Himmel abhebt.