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Giovanni Giacometti
Estimate
400,000 - 600,000 CHF
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Description
- Giovanni Giacometti
- WINTERLANDSCHAFT BEI CAPOLAGO, 1930WINTER LANDSCAPE NEAR CAPOLAGO, 1930
- Unten links monogrammiert; rückseitig signiert und datiert
- Öl auf Leinwand
- 50.5 x 60.5 cm
Literature
Paul Müller/Viola Radlach, Giovanni Giacometti, 1868-1933, Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Band II-2, S. 546, Nr. 1930.16 u. S. 547, abgebildet
Therese Bhattacharya-Stettler/Matthias Frehner/Beat Stutzer (hrsg.), Giovanni Giacometti, Farbe im Licht, Zürich 2009, Nr. 48, S. 94, abgebildet (in Farbe)
Therese Bhattacharya-Stettler/Matthias Frehner/Beat Stutzer (hrsg.), Giovanni Giacometti, Farbe im Licht, Zürich 2009, Nr. 48, S. 94, abgebildet (in Farbe)
Condition
Not relined.
Under uv-light undercoat shining through.
In very good condition.
"In response to your inquiry, we are pleased to provide you with a general report of the condition of the property described above. Since we are not professional conservators or restorers, we urge you to consult with a restorer or conservator of your choice who will be better able to provide a detailed, professional report. Prospective buyers should inspect each lot to satisfy themselves as to condition and must understand that any statement made by Sotheby's is merely a subjective, qualified opinion. Prospective buyers should also refer to any Important Notices regarding this sale, which are printed in the Sale Catalogue.
NOTWITHSTANDING THIS REPORT OR ANY DISCUSSIONS CONCERNING A LOT, ALL LOTS ARE OFFERED AND SOLD AS IS" IN ACCORDANCE WITH THE CONDITIONS OF BUSINESS PRINTED IN THE SALE CATALOGUE."
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Catalogue Note
In seinen späteren Jahren wählte Giovanni Giacometti für die Motive seiner Bilder häufig Standorte in der Umgebung seines Wohnhauses in Capolago bei Maloja am Kopf des Silsersees; hier befindet er sich auf einer kleinen Anhöhe und blickt über das Dach seines Hauses und die am Seeufer sich entlang ziehende Strasse auf die an der gegenüberliegende Seite sich erhebenden Berge der Berninagruppe, Piz Corvatsch und Piz Murtèl.
Wie es seiner realistischen Kunstauffassung entsprach, sind diese Gebirgszüge und die einzelnen Felsformationen deutlich zu erkennen, so auch der Felsvorsprung in der Bildmitte, Sasc da Corn.
Dieselbe topografische Situation präsentiert sich heute indessen anders, acht Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen; der Fels in der Mitte ist in grüner Vegetation eingebettet, Bruno Giacometti, der jüngste Sohn, vergrösserte das elterliche Haus durch einen seitlichen Anbau, und am damaligen Standort des Malers befindet sich ein weiteres Wohnhaus.
Giovanni Giacometti sah diese Landschaft damals noch in ihrer ursprünglichen Gestalt; zivilisatorische Eingriffe beschränkten sich auf das Künstlerhaus, das – in einer Mulde und vom Schnee halb verdeckt – einzig durch seine ockergelbe Farbgebung einen sanften Kontrapunkt zu seiner natürlichen Umgebung darstellt.
Und diese Natur in ihrer grandiosen Schlichtheit ist denn auch hier der Hauptdarsteller in dem Schauspiel, das Giacometti in immer wieder neuen Bildern zu inszenieren wusste. Sein besonderes Interesse galt dabei vor allem in seiner Spätzeit den atmosphärischen Bedingungen. "Der Kampf um das Licht ist die Triebfeder meiner Arbeit", schrieb er 1930, im Jahr der Fertigstellung dieses Bildes, im Katalogvorwort einer 100 Werke umfassenden Retrospektive auf sein letztes Jahrzehnt in der Kunsthalle Basel.[1]
Das intensive Sonnenlicht im Engadin bot ihm für diesen Kampf die günstigsten Voraussetzungen. In gleissendem Himmelsblau überstrahlt es die "Winterlandschaft bei Capolago", reflektiert auf dem Spiegel des Sees und leuchtet auf den pastellen schimmernden Schneeflächen in den Farben des Spektrums.
Wie es seiner realistischen Kunstauffassung entsprach, sind diese Gebirgszüge und die einzelnen Felsformationen deutlich zu erkennen, so auch der Felsvorsprung in der Bildmitte, Sasc da Corn.
Dieselbe topografische Situation präsentiert sich heute indessen anders, acht Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen; der Fels in der Mitte ist in grüner Vegetation eingebettet, Bruno Giacometti, der jüngste Sohn, vergrösserte das elterliche Haus durch einen seitlichen Anbau, und am damaligen Standort des Malers befindet sich ein weiteres Wohnhaus.
Giovanni Giacometti sah diese Landschaft damals noch in ihrer ursprünglichen Gestalt; zivilisatorische Eingriffe beschränkten sich auf das Künstlerhaus, das – in einer Mulde und vom Schnee halb verdeckt – einzig durch seine ockergelbe Farbgebung einen sanften Kontrapunkt zu seiner natürlichen Umgebung darstellt.
Und diese Natur in ihrer grandiosen Schlichtheit ist denn auch hier der Hauptdarsteller in dem Schauspiel, das Giacometti in immer wieder neuen Bildern zu inszenieren wusste. Sein besonderes Interesse galt dabei vor allem in seiner Spätzeit den atmosphärischen Bedingungen. "Der Kampf um das Licht ist die Triebfeder meiner Arbeit", schrieb er 1930, im Jahr der Fertigstellung dieses Bildes, im Katalogvorwort einer 100 Werke umfassenden Retrospektive auf sein letztes Jahrzehnt in der Kunsthalle Basel.[1]
Das intensive Sonnenlicht im Engadin bot ihm für diesen Kampf die günstigsten Voraussetzungen. In gleissendem Himmelsblau überstrahlt es die "Winterlandschaft bei Capolago", reflektiert auf dem Spiegel des Sees und leuchtet auf den pastellen schimmernden Schneeflächen in den Farben des Spektrums.
Wir danken Frau Viola Radlach, Co-Autorin Werkkatalog Cuno Amiet, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA für den Textbeitrag.
[1] Giovanni Giacometti, Gedächtnisausstellung Paul Altherr, Kunsthalle Basel, 8.2. - 2.3.1930, Katalogtexte von Giovanni Giacometti und Hermann Meyer