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Augusto Giacometti
Description
- Augusto Giacometti
- CONTEMPLAZIONETRANQUILLITY
- Unten rechts signiert; rückseitig auf Spannrahmen signiert
- Öl auf Leinwand
- 114 x 114 cm
Literature
Hans Hartmann, Augusto Giacometti, Pionier der abstrakten Malerei, Ein Leben für die Farbe, Chur 1981, S. 213, Nr. 599, S. 87 abgebildet (in Farbe)
Beat Stutzer/Lutz Windhöfel, Augusto Giacometti, Leben und Werk, Chur 1991, Nr. 148, abgebildet
Condition
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Catalogue Note
Gemalt um 1907.
Vollkommen entrückt muten die drei in karger Landschaft hingelagerten Gestalten an, versetzt gestaffelt und in nahezu identischer Pose reglos verharrend. Nur die unterschiedliche Handhaltung zeugt von variierender Befindlichkeit wie Ekstase, Verinnerlichung und träumerischer Entspannung. Die himmelwärts gerichteten Antlitze bringen höchste Vergeistigung zum Ausdruck, während die stilisierten Körper sich in ihrer Schattenlosigkeit zu entmaterialisieren und in der gebirgigen Topographie aufzugehen scheinen. Augusto Giacometti schuf hier eine Komposition von grossartiger Monumentalität: Figur, Vegetation und Gestein sind zu einem ornamentalen Rapport gesteigert, und das Kolorit zeigt einen eindrücklichen Nuancen-Reichtum in Gelb-, Gold- und Olivgrüntönen. Dergestalt symbolistische Malerei prägte die Avantgardekunst zur Jahrhundertwende, so schuf beispielsweise schon Ferdinand Hodler in „Die Nacht" von 1889/90 ein ähnlich ikonisches Werk. Wegweisend für diese Kunstrichtung waren Werke von Puvis de Chavanne und Gustave Moreau. Augusto Giacomettis Formfindung im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ist ferner beeinflusst von seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst der Frührenaissance während seiner Aufenthalte in Paris und Florenz – eine Begeisterung, die vor ihm schon die Präraffaeliten zu ihren ähnlich erhabenen Bildschöpfungen inspiriert hatte.