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Adolf Dietrich 1877-1957
Description
- Adolf Dietrich
- WASSERFALL IM WINTER, 1922 A WATERFALL IN WINTER, 1922
- Unten rechts signiert und datiert
- Öl auf Karton
- 62 x 40,5 cm
Provenance
Literature
Catalogue Note
Adolf Dietrich verkaufte das vorliegende Werk kurz nach der Entstehung an einen privaten Sammler aus Deutschland, in dessen Familienbesitz es bis heute geblieben ist. Dieser Sammler erwarb zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine herausragende Gruppe von Bildern Adolf Dietrichs und zählte somit zu den ersten Förderern dieses Schweizer Hauptvertreters der Neuen Sachlichkeit. Dies geschah noch bevor Dr. Herbert Tannenbaum, der eigentliche Dietrich-Entdecker, diesen Maler mit Ausstellungen im Ausland bekannt zu machen begann.
Im Ausstellungskatalog der Winterthurer Ausstellung von 1994 ist zu lesen: „Die Winterlandschaften gehören neben den frühen Wolkenbildern zu Dietrichs eindrücklichsten Werken. Ihre besondere Häufigkeit erklärt sich nicht allein daraus, dass Dietrich als Bauer im Winter mehr Zeit zum Malen hatte, sondern wohl auch aus der „inneren Notwendigkeit“, aus denen diese Bilder entstanden sind. Der Winter muss Dietrichs Empfinden in besonderem Masse entsprochen haben; in der jahreszeitlichen Kargheit und Kälte, Verlassenheit und Leere sieht er die eigenen Lebensbedingungen gespiegelt: seine existentiellen Ängste vor Verarmung und Kriegsgefahr, seine Gefühle der Einsamkeit. Bezeichnenderweise kommt es vor allem in den Jahren des Zweiten Weltkrieges zu einer auffallenden Häufung von Winterbildern. Sie treten aber im ganzen Schaffen auf, auch in den zwanziger und dreissiger Jahren. In keiner Werkgruppe kommt Dietrich dem pessimistisch-melancholischen Weltbild der Neuen Sachlichkeit näher als in einigen seiner einsamen Schnee- und Eislandschaften.“ (S. 69 Ausstellungskatalog Winterthur 1994). Wasserfall im Winter von 1922 zählt zu den eindrücklichsten und auch schönsten Winterbildern aus Dietrichs bester Schaffenszeit.