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Ferdinand Hodler
1853-1918
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE LAKE THUN WITH MOUNTAIN CHAIN STOCKHORN
Estimate
3,000,0004,000,000
LOT SOLD. 5,761,000 CHF
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Ferdinand Hodler
1853-1918
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE LAKE THUN WITH MOUNTAIN CHAIN STOCKHORN
Estimate
3,000,0004,000,000
LOT SOLD. 5,761,000 CHF
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Details & Cataloguing

Swiss Art

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Zurich

Ferdinand Hodler
1853-1918
1853 - 1918
THUNERSEE MIT STOCKHORNKETTE LAKE THUN WITH MOUNTAIN CHAIN STOCKHORN

Dieses Werk wird in den vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, herausgegebenen Oeuvrekatalog Ferdinand Hodler aufgenommen.

Dieses Gemälde ist im Schweizerischen Institut für Kunswissenschaft, Zürich, unter der Archiv-Nummer 80 460 inventarisiert.


Unten rechts signiert

Öl auf Leinwand


60,5 x 89,5 cm
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Provenance

Hans Trog, Zürich (bis 1927)

Schweizer Privatbesitz

 

Exhibited

Zürich, Kunsthaus, Ausstellung Ferdinand Hodler im Zürcher Kunsthaus, 1917, Nr. 343

Madrid, Sala de Exposiciones de la Fundación « la Caixa », Ferdinand Hodler, 2001, Nr. 37  

Palma de Mallorca, Plaça Weyler, Fundación «la Caixa », Ferdinand Hodler, 2001/2002, Nr. 37

Literature

Landschaftskatalog, in: Werner Y. Müller, Die Kunst Ferdinand Hodlers, Gesamtdarstellung, Band 2, Reife und Spätwerk 1895-1918, Zürich 1941, Nr. 500

C(arl) A(lbert) Loosli, Generalkatalog Nachtrag, 1924-1959, Nr. 2905

Ausstellung Ferdinand Hodler im Zürcher Kunsthaus, Vollständiges Verzeichnis der ausgestellten Werke, Ausstellungskatalog, Zürich 1917, 2. Ausgabe (Beilage: Kleiner Katalog)

Jura Brüschweiler / Caroline Kesser, Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, Barcelona 2001, Nr. 37, abgebildet (ganzseitig in Farbe)

Catalogue Note

Gemalt um 1913.

Die Stockhornkette und der Thunersee gehörten zu den bevorzugten Landschaftsdarstellungen von Ferdinand Hodler. Die Vorliebe des Künstlers für das Motiv lässt sich teilweise auf seine Biografie zurückführen. Denn wie seine Wahlheimat Genf spielten Thun und dessen Umgebung eine wichtige Rolle in seiner künstlerischen Entwicklung. Die Ausbildung in der Vedutenwerkstatt von Ferdinand Sommer und die ersten selbständigen Versuche als Maler machten ihn mit der Landschaft um den Thunersee vertraut. Zahlreiche Werke und Korrespondenzen dokumentieren, dass er später häufig an den Ort seiner Ausbildungsstätte zurückkehrte.

Hodler wählte das Stockhorn als Motiv für den Concours Calame von 1882/83, der das Thema Un site alpestre (Alpenlandschaft) vorgab und gewann damit den ersten Preis. Dieses Wettbewerbsbild malte er von Gwatt aus mit einer Schilf- und Graslandschaft als Vordergrund. 1904/1905 griff der Künstler das Motiv erneut auf, verlegte aber seinen Standort auf die nördliche Seite des Thunersees in die Gegend von Hilterfingen und Oberhofen. Eine grössere Gruppe von Ansichten des Stockhorns, darunter mehrere Fassungen der Stockhornkette im Winter, malte Hodler zwischen November 1912 und Mai 1913, als seine Geliebte Valentine Godé-Darel zur Erholung in Hilterfingen weilte. Die vorliegende Variante entstand ebenfalls in diesem Zeitraum. Sie unterscheidet sich von den früheren Werken aus der Serie der Stockhornlandschaften im Kolorit wie auch im klar umrissenen Spiegelbild, das mit der Gebirgskette eine seitlich geöffnete Linse formt. Es existieren zwei weitere Fassungen mit nahezu identischem Bildaufbau, die eine in Privatbesitz, die andere ist am Werk auf 1913 datiert und befindet sich im Musée d’Art et d’Histoire in Genf.

Das Spiegelbild ist ein wesentlicher Teil von Hodlers symmetrischen Landschaftskompositionen, mit denen er das Prinzip der Ordnung in der Natur zum Ausdruck bringt. So funktioniert die horizontale Uferlinie als Symmetrieachse, an der sich das Gebirge im Wasser spiegelt und die das Bild in zwei gleiche Hälften teilt. Zur Ausgewogenheit der Darstellung trägt ebenfalls die Positionierung des Stockhorngipfels auf der Mittelachse bei.  Diese Vertikale bildet in ihrer Verlängerung die Schnittstelle zwischen braunen und blauen Farbreflexen auf der Wasseroberfläche nahe der Uferzone.    

Das Werk mit seinem frischen Kolorit war 1917 im Besitz des Feuilletonredaktors der Neuen Zürcher Zeitung, Hans Trog, der die Landschaft in seiner Rezension vom 29.6.1913 als  «leuchtend blaue Pracht» lobte.

Wir danken Monika Brunner lic.phil., Mitarbeiterin Oeuvrekatalog Ferdinand Hodler, vom Schweizerischen Institute für Kunstwischenschaft, Zürich, für den Textbeitrag.   

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