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Albert Anker
MÄDCHENBILDNIS PORTRAIT OF A GIRL
Оценка
400 000600 000
Лот продан 845,000 CHF (Цена продажи с учетом процента покупателя)
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Details & Cataloguing

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Цюрих

Albert Anker
1831 - 1910
MÄDCHENBILDNIS PORTRAIT OF A GIRL

Происхождение

Privatbesitz, Basel (1962)
Privatbesitz, Schweiz

Публикации

Albert Anker, Katalog der Gemälde und Ölstudien, Bern 1962, Nr. 257 (Brustbild eines Mädchens)
Sandor Kuthy/Therese Bhattacharya-Stettler, Albert Anker (1831 - 1910), Werkkatalog der Gemälde und Ölstudien, Basel 1995, S. 196, Nr. 415, abgebildet

Описание в каталоге

Albert Anker ist gerade für diese Art Porträts berühmt, die er aus eigenem Antrieb und ohne konkreten Auftrag geschaffen hat. Das schräg nach links gewandte Mädchen mit blondem Haar und braunen Augen, welche von fein ziselierten Brauen umwölbt werden, gehört zu den zahlreichen Bildnissen Ankers von Kindern und Jugendlichen, die der Künstler in seinem Heimatdorf Ins häufig ausgewählt hat, um ihm geduldig und still in seinem Atelier im Dachstock Modell zu sitzen. Das in der Mitte gescheitelte Haar ist zu einem ausserordentlich kräftigen Zopf gebunden, der sich über die linke Schulter nach vorne legt. Die Wange ist leicht gerötet, schüchtern und zurückhaltend wartet das Mädchen darauf, dass der Maler sie wieder entlässt. Ihre Kleidung ist schlicht, sie verrät eher die Herkunft aus dem bäuerlichen Milieu. Über ein braunes Gewand mit feinen grau-blauen Streifen trägt das Mädchen ein graues Wams mit kleinen Tupfen. Die gedämpfte Farbigkeit steht in klarem Gegensatz zu dem von warmem Licht beschienenen Gesicht. Das Rot der Lippen aufnehmend, bildet vor allem das helle Tuch mit der roten Umrandung einen farbigen Akzent, keck ist es um ihren Hals geknotet. Der Hintergrund ist ohne irgendwelche Raumandeutung, er ist dunkel gehalten, so dass die Halbfigur stärker hervortritt. Ernst und Schüchternheit des kindlichen Wesens sind meisterhaft eingefangen.
Die Mädchen und Knaben, die Anker in Einzelporträts individuell festgehalten hat, tauchen zuweilen auch in gewissen Genreszenen wieder auf. Die eigenen Kinder hat er vor allem im grossstädtischen Ambiente von Paris gemalt, wo die Familie lange während des Winterhalbjahres wohnte. In Ins hingegen hat er immer wieder diverse Motive des Dorflebens thematisiert und mit psychologischer Schärfe und Empfindsamkeit Charakteristisches festgehalten. Ankers einfühlsame Bildnisse gehören zu den letzten Zeugen einer weitverbreiteten Kunstgattung, die Ende des 19. Jahrhunderts durch die Fotografie verdrängt worden ist.

Wir danken Dr. Therese Bhattacharya-Stettler, Co-Autorin des Werkkatalog Albert Anker, für den Textbeitrag.

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