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AUS EINER BEDEUTENDEN SCHWEIZER PRIVATSAMMLUNG

Cuno Amiet
GUMMFLUH, 1921
Estimation
100 000150 000
Lot. Vendu 845,000 CHF (Prix d’adjudication avec commission acheteur)
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AUS EINER BEDEUTENDEN SCHWEIZER PRIVATSAMMLUNG

Cuno Amiet
GUMMFLUH, 1921
Estimation
100 000150 000
Lot. Vendu 845,000 CHF (Prix d’adjudication avec commission acheteur)
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Details & Cataloguing

Schweizer Kunst / Swiss Art

|
Zurich

Cuno Amiet
1868 - 1961
GUMMFLUH, 1921
Dieses Gemälde ist im Schweizerischen Institut für Kunstgeschichte SIK-ISEA unter der Archivnummer 130927 0019 inventarisiert.
Unten rechts monogrammiert und datiert
Öl auf Leinwand
91 x 98 cm
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Exposition

Zürich, Kunsthaus, Ausstellung Cuno Amiet, 1922, Nr. 88
Bern, Kunsthalle, Cuno Amiet, W. Bangerter, Fritz Pauli, 1923, Nr. 53
Bern, Kunstmuseum, Cuno Amiet und seine Schüler, 1928, Nr. 172
Basel, Kunsthalle, Cuno Amiet, 1931, Nr. 29

Description

Cuno Amiet malte im Gegensatz zu seinen Kollegen Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti nur sehr wenige Gebirgslandschaften. Zwar hielt er sich mehrmals im Oberengadin und im Bergell bei Giacometti auf, es entstanden bei diesen Besuchen jedoch ausschliesslich Zeichnungen und Aquarelle, die er nicht zu Gemälden verarbeitete. Gummfluh nimmt in seinem Œuvre also eine Sonderstellung ein. Das Bild entstand im Sommer 1921, als sich der Maler in einem Chalet im Tälchen von Chalberhöni in der Nähe von Gstaad im Berner Oberland aufhielt. Das Haus gehörte dem Berner Juristen Professor Max Gmür, der später einige Werke Amiets erwarb. Amiet seinerseits modellierte 1922 von Gmür eine Büste, die er in Bronze giessen liess. Die beiden vereinbarten, dass der Künstler jedes sechste Aquarell, das er während seines Aufenthaltes in Gmürs Chalet malte, als „Bezahlung“ an diesen geben sollte. Es sind denn auch einige Landschaftsaquarelle mit dem Motiv der Gummfluh und anderen Veduten aus der Region überliefert. Das vorliegende Werk mit seinem repräsentativen Format blieb hingegen wahrscheinlich das einzige Ölgemälde mit diesem Sujet. Die zwei markanten Gipfel der Gummfluh (2458 m ü. M.) gehören zur Gebirgsgruppe, die das Berner Oberland vom Waadtland trennt. Amiet stellte nicht ihre charakteristische Silhouette von Château d’Œx aus dar, sondern die Ansicht von der Berner Seite. Das koloristische Spektrum ist im Wesentlichen auf den Dreiklang Rot – Grün – Blau beschränkt. Insbesondere für die Kombination von gelblichem Grün und Bordeaux-Rot zeigte Amiet, seit er sich 1918 nach der Fertigstellung des Wandbildzyklus Jungbrunnen für die Loggia des Zürcher Kunsthauses wieder intensiv der Landschaftsmalerei zuwenden konnte, eine grosse Vorliebe. Die in diesen Jahren entstandenen Landschaften weisen eine impulsive Pinselführung auf, die ihnen ausserordentliche expressive Kraft und Frische verleiht. Bei Gummfluh bleibt die energische Faktur beherrscht, genauso wie auf eine realistische Wiedergabe der Topografie geachtet ist. In Bezug auf die formale Abstrahierung vom Naturvorbild blieb Amiet hier zwar zurückhaltender als bei seinen wenigen anderen Bergdarstellungen. Er verlieh der Landschaft aber durch die topografisch bedingten Diagonalen und vor allem die zu unregelmässig gezackten Silhouetten zusammengefassten, in Rot dargestellten Waldstücke, die an Ernst Ludwig Kirchners Davoser Bergbilder denken lassen, eine grosse Lebendigkeit. Die weich und plastisch wirkende Wolke bildet einen Kontrast zur betont flächig und grafisch aufgefassten Landschaft.

Wir danken Dr. Franz Müller, Projektleiter Werkkatalog Cuno Amiet, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA, für den Textbeitrag.

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Zurich