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Ferdinand Hodler
SCHAFE AM SENTIER DES SAULES, 1878
Estimación
900.0001.200.000
Lote. Vendido 845,000 CHF (Precio de adjudicación con prima del comprador)
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Ferdinand Hodler
SCHAFE AM SENTIER DES SAULES, 1878
Estimación
900.0001.200.000
Lote. Vendido 845,000 CHF (Precio de adjudicación con prima del comprador)
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Details & Cataloguing

Schweizer Kunst / Swiss Art

|
Zurich

Ferdinand Hodler
1853 - 1918
SCHAFE AM SENTIER DES SAULES, 1878
Dieses Gemälde ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA unter der Archivnummer 80 529 inventarisiert.
Unten rechts signiert und datiert
Öl auf Leinwand
97 x 135 cm
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Procedencia

Barthélemy Menn, Genf (bis 1893)
Pochelon Frères, Genf (1921)
Marc Birkigt, Genf (nach 1921)
Privatbesitz, Schweiz

Expuesto

evtl. Genf 1878 (Turnus), Nr. 164 (Paysage à la Jonction)
Bern, Kunstmuseum, Hodler-Gedächtnis-Ausstellung, 1921, Nr. 67 (Weidenweg / Sentier des Saules, 1878)

Documentación

Carl Albert Loosli, Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Bern 1921-1924, Bd. 2, S. 111 (Weidenweg, Le sentier des saules, 1878)
Carl Albert Loosli, "Generalkatalog", in: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Bern 1921-1924, Nr. 1738 (Weidende Schafe an der Rhone, 1878) und Nr. 2264 (Weidenweg, Sentier des Saules, 1878)
Ewald Bender, Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Band 1. Das Frühwerk bis 1895, Zürich 1923, S. 58, 66, 297, S. 102, Nr. 42, abgebildet (Landschaft mit Schafen, 1878)
Daniel Baud-Bovy, Les Hodler au Musée d'Art et d'Histore de Genève, Genf 1940, S. 13
Werner Y. Müller, "Landschaftskatalog", in: Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Band 2. Reife und Spätwerk 1895-1918, Zürich 1941, S. 379-469, Nr. 52 (Der Weidenweg/Sentier des Saules, 1878)
Hans Mühlenstein/Georg Schmidt, Ferdinand Hodler 1853-1918. Sein Leben und sein Werk, Zürich 1942, S. 115
Jura Brühschweiler, "Ferdinand Hodler (Bern 1853-Genf 1918). Chronologische Übersicht: Biographie, Werk, Rezensionen", in: Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, Bern 1983, S. 43-170, S. 53 (Landschaft mit Schafen, 1877)
Jura Brühschweiler, "Notizen zu einigen Jugendwerken", in: Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, Bern 1983, S. 43-170, S. 180, Nr. 234, abgebildet (Jonction-Landschaft mit Schafen, 1878)
Matthias Wohlgemut/Franz Zelger, Stiftung Oskar Reinhart Winterthur. Band 3. Schweizer Maler und Bildhauer seit Ferdinand Hodler, Zürich 1984, S. 198, Anm. 7 (Jonction-Landschaft mit Schafen, 1878) 
Paul Müller, "Les paysages de Ferdinand Hodler. Entre réalisme et symbolisme", in: Ferdinand Hodler (1853-1918), Ausstellungskatalog, Paris 2007, S. 174-185, S. 176, S. 178, abgebildet (Moutons au bord du sentier des Saules, 1878)
Christian Klemm, "Das Licht in der Kunst Ferdinand Hodlers", in: Ferdinand Hodler. Eine symbolistische Vision, Ausstellungskatalog, Bern 2008, S. 325, abgebildet (in Farbe)
Oskar Bätschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, Die Landschaften, Bd. I, Zürich 2008, S. 116, Nr. 63, S. 117, abgebildet (in Farbe)

Nota del catálogo

Das signierte und datierte Gemälde zeigt eine morgendliche Szenerie am «Sentier des saules» unweit des Zusammenflusses von Rhone und Arve an der Jonction bei Genf. Es gibt den Blick zurück Richtung Stadt wieder, von der man rechts unter den Bäumen noch einige Häuser erkennt.
Hodlers Lehrer Barthélemy Menn und seine Schüler arbeiteten oft an der Jonction, eine Gegend, die sie in Anlehnung an die französische Malerkolonie das «Genfer Barbizon» nannten. Unter den zahlreichen kleinformatigen Studien von Weiden bildet Schafe am Sentier des Saules durch seine Grösse und repräsentativen Anspruch die Ausnahme. Das Werk war im August 1878 in Genf unter dem Titel Paysage à la jonction ausgestellt und zum recht hohen Preis von 1000 Franken verkäuflich.
Ein alter handschriftlicher Vermerk am Chassis weist auf Barthélemy Menn hin, der angeblich das Werk damals erwarb, um dem jungen Maler die Reise nach Spanien zu ermöglichen. Hodler erweist hier nicht nur in der ausgewogenen Komposition, sondern ebenso im realistischen Blick auf die stoffliche Präsenz von Gras, Blattwerk und Wasser dem Lehrer seine Reverenz. Auch das tiefstehende Morgenlicht, das die Gegenstände plastisch akzentuiert, findet sich auf zahlreichen Gemälden Menns. Hodlers eigene künstlerische Handschrift manifestiert sich indes in seinem Hang zum «Komponieren»: Er suchte und fand den Ausgleich der bildbestimmenden Hauptmotive – der Weide mit ihrer fächerförmigen Krone im Vordergrund links und der kompakten Baumgruppe rechts als ihrem Gegengewicht.
Ein paar Schafe und ein kauerndes Hirtenmädchen mit blumenbekränztem Schlapphut – Vorbotin des knapp zehn Jahre später gemalten blumenpflückenden Mädchens – beleben die Szene. Kaum erkennbar bildet im Hintergrund ein Fischer einen roten Akzent. Die warme tiefstehende Morgensonne taucht die Darstellung in ein stimmungsvolles Gegenlicht und setzt sich mit diesem Merkmal von andern Jonction-Landschaften dieser Zeit ab. Hodler soll in jenen Jahren besonders von den lichterfüllten Landschaften Claude Lorrains beeindruckt gewesen sein. Das Gemälde kann als Hodlers Gesellenstück im Bereich der Pleinairmalerei betrachtet werden, denn es fasst am Ende der Lehrzeit bei Menn dessen künstlerisches Credo zusammen: kontinuierliche Raumentwicklung durch ausgewogen platzierte Wegmarken, unterstützt durch eine Lichtführung, die die Bildelemente plastisch herausarbeitet.
Schafe am Sentier des Saules ist nach Menns 1893 erfolgtem Tod bei den Uhrenindustriellen Frères Pochelon nachweisbar, die es 1921 anlässlich der Berner Hodler-Retrospektive zum Verkauf anboten. Später gelangte das Bild in die Sammlung des Ingenieurs und Automobilkonstrukteurs Marc Birkigt, der mehrere Werke von Hodler besass.

Wir danken lic. phil Paul Müller, Projektleiter Catalogue raisonné der Gemälde Ferdinand Hodlers, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA, für den Textbeitrag.

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