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Ferdinand Hodler
MONTANALANDSCHAFT MIT BECS DE BOSSON UND VALLON DE RÉCHY MONTANA LANDSCAPE WITH BECS DE BOSSON AND VALLON DE RÉCHY
Estimate
3,800,0004,500,000
LOT SOLD. 8,005,000 CHF
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Ferdinand Hodler
MONTANALANDSCHAFT MIT BECS DE BOSSON UND VALLON DE RÉCHY MONTANA LANDSCAPE WITH BECS DE BOSSON AND VALLON DE RÉCHY
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3,800,0004,500,000
LOT SOLD. 8,005,000 CHF
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Details & Cataloguing

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Zurich

Ferdinand Hodler
1853 - 1918
MONTANALANDSCHAFT MIT BECS DE BOSSON UND VALLON DE RÉCHY MONTANA LANDSCAPE WITH BECS DE BOSSON AND VALLON DE RÉCHY

Provenance

Direkt vom Künstler an die Familie der heutigen Besitzer (vor 1918)

Exhibited

Biel, Städtische Galerie Biel/Zürich, Kunsthaus, Ferdinand Hodler. Paysages de 1904 à 1918, 1964, Nr. 72 (Thunersee)
Kyoto, Musée de la Ville de Kyoto/Tokyo, Musée National d'Art Occidental, Exposition Ferdinand Hodler, 1975, Nr. 70 (Lac de Thoune, um 1913)
New York, National Academy of Design/Chicago, The Art Institute of Chicago/Los Angeles, White Art Gallery, Ferdinand Hodler. Landscapes, 1987, Nr. 26 (Der Montanasee, 1915)
Rotterdam, Museum Boymans-Van-Beuningen, Ensor - Hodler - Kruyder - Munch. Wegbereiders van het modernisme. Pioneers of modernism, 1988/1989, Nr. 33 (Der Montanasee / Het meer van Montana, 1915)
München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung/Wuppertal, Von der Heydt-Museum, Ferdinand Hodler, 1999/2000, Nr. 91, (Der Montanasee, 1915)

Literature

Carl Albert Loosli, 20.12.1943, Nr. 2941 (GK Nachtrag)
Walter Hugelshofer, Ferdinand Hodler. Eine Monographie, Zürich 1952, S. VI, X, S. 82, abgebildet (Tafel 97), (Blick über den Thunersee gegen die Stockhornkette, um 1912)
Lukas Gloor, Ferdinand Hodler. Landscapes, Ausstellungskatalog, New York/Chicago/Los Angeles 1987, S. 82, 104, 106, Nr. 26, S. 105, abgebildet (in Farbe), (Der Montanasee, 1915)
Danielle Frimma Nathanson, Ferdinand Hodler's Landscape Paintings. The Bernese Oberland as Motif and Inspiration, Riverside 1987, S. 57, abgebildet (Abb. 50), (Lake Montana and the Weisshorn, 1915)
Ensor - Hodler - Kruyder - Munch. Wegbereiders van het modernisme. Pioneers of modernism, Ausstellungskatalog, Rotterdam 1988/1989, S. 117, Nr. 33, abgebildet (in Farbe) (Der Montanasee / Het meer van Montana, 1915)
Marcel Baumgartner, "Katalog der Gemälde", in: Ferdinand Hodler. Sammlung Max Schmidheiny, Zürich 1989,  S. 88, S.102, Anm. 8 (Der Montanasee)
Ferdinand Hodler. Zeichnungen der Reifezeit 1900 - 1918 aus der graphischen Sammlung des Kunsthauses Zürich, Ausstellungskatalog, Zürich 1992, S. 269 (Montanasee, 1915)
Andrjzej Pienkos, "L'eschatologie et l'art non-symboliste de Ferdinand Hodler", in Artibus et historiae, 19, 1998, Nr. 37, S. 125 - 152, S. 147, Nr. 38, abgebildet (in Farbe)
Ferdinand Hodler, Ausstellungskatalog, München/Wuppertal 1999/2000, S. 165, Nr. 91, abgebildet (in Farbe), S. 280 (Der Montanasee, 1915)
Sylvie Doriot-Galofaro, "Les paysages de Ferdinand Hodler", in: Un siècle de tourisme à Crans-Montana. Lectures du territoire, Ayer 2005, S. 59, S. 61, Nr. 9, abgebildet (in Farbe) (Vue d'un lac de Montana sur les Becs de Bosson et le Vallon de Réchy, 1915)
Oskar Bätschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, Die Landschaften, Bd. II, Zürich 2008, S. 419, 420, Nr. 529S. 420, abgebildet (in Farbe)

Catalogue Note

Im August und September 1915 hielt sich Hodler mehrmals im Walliser Höhenkurort Montana auf, wo sein lungenkranker Sohn Hector zur Kur weilte und seine Frau mit der Tochter Paulette ihre Ferien verbrachte. In Montana und dem benachbarten Crans entstand über ein Dutzend Landschaften, die das abwechslungsreiche Panorama vom Hochplateau aus nordöstlicher, südlicher und südwestlicher Richtung wiedergeben. Das vorliegende Gemälde zeigt die Ansicht der auf der Südseite des Rhonetals situierten Becs de Bosson mit dem vorgelagerten Taleinschnitt des Vallon de Réchy. Beim See im Vordergrund handelt es sich vermutlich um den Lac Moubra, einem von mehreren kleinen Seen und Teichen auf der Hochebene. Die topographische Situation ist aufgrund der Uferkorrekturen seit 1915 und der seitlichen Beschneidung der Wasserfläche durch die Bildränder nicht mehr genau bestimmbar. Die Wasserfläche erscheint durch diesen kompositionellen Trick ungleich grösser als in Realität. Dies war wohl auch der Grund, warum Hodlers Biograph Carl Albert Loosli die Landschaft irrtümlich als Ansicht des Thunersees mit dem Stockhorn angesehen hatte. Dazu beigetragen mag auch die Tatsache, dass die Berge unmittelbar vom hinteren Uferstreifen aus anzusteigen scheinen; tatsächlich liegt jedoch das zehn Kilometer breite Rhonetal dazwischen.

Das Gemälde ist ein Beispiel für die Übertragung eines im Berner Oberland ausgebildeten Kompositionsmusters in einen andern lokalen Kontext. Wie bei den Stockhorn-Landschaften fusst das Bildgerüst auf wenigen horizontalen Zonen: Uferstreifen, Wasserfläche mit Spiegelung, Gebirgszug und Himmel. Im Unterschied zur asymmetrischen Stockhornkette nutzte Hodler hier die flankierenden Hügelzüge des Vallon de Réchy für eine zentriert ausgewogene Bildanlage.

Gegenüber den früheren Werken erscheint das Naturbild nun atmosphärischer, die Kontraste gemildert, die lineare Struktur feiner. Dem entspricht eine delikate Farbskala von hellem zu dunklem Blau im Wechsel mit Gelbocker und einzelnen dunklen Akzenten. Die harmonische, aufgehellte Palette erzeugt eine lichthaltige Transparenz, die auf die Leuchtkraft der späten Genferseelandschaften vorausweist.

Wir danken Dr. Paul Müller, Projektleiter Catalogue raisonné der Gemälde Ferdinand Hodlers, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA, für den Textbeitrag.

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