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AUS EINER ZÜRCHER PRIVATSAMMLUNG

Félix Vallotton
1865 - 1925
PAYSAGE À LOGUIVY, 1923 LANDSCAPE AT LOGUIVY, 1923
Estimate
700,000900,000
LOT SOLD. 1,258,500 CHF
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AUS EINER ZÜRCHER PRIVATSAMMLUNG

Félix Vallotton
1865 - 1925
PAYSAGE À LOGUIVY, 1923 LANDSCAPE AT LOGUIVY, 1923
Estimate
700,000900,000
LOT SOLD. 1,258,500 CHF
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Details & Cataloguing

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Zurich

Félix Vallotton
1865 - 1925
PAYSAGE À LOGUIVY, 1923 LANDSCAPE AT LOGUIVY, 1923

Provenance

Alfred Vallotton, Paris
Galerie Vallotton, Lausanne, Nr. 7622 (1934)
Galerie Kurt Meissner, Zürich (1960)
Privatbesitz, Schweiz (1973)

Exhibited

Bordeaux, Terasse du Jardin public, Félix Vallotton, 1937, Nr. 495 (Paysage breton à Loguivy)
Zürich, Galerie Neupert, Félix Vallotton, Sonder-Ausstellung, 1942, Nr. 26 (Paysage breton Leguivy)
La Chaux-de-Fonds, Musée des beaux-arts, Exposition Félix Vallotton, 1943–44, Nr. 60 (Paysage à Leguivy)
Basel, Kunsthalle/Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Félix Vallotton, 1957, Nr. 67 (Loguivy en Bretagne)
London, The Lefevre Gallery, Paintings by Félix Vallotton, 1957, Nr. 20

Literature

Félix Vallotton, Livre de raison, Nr. 1465
Albert Michot, «Félix Vallotton à Bordeaux», in: La Revue, Organe du Parti démocratique et fédéraliste vaudois, Lausanne 1937
Charles Humbert, «Félix Vallotton, Une exposition de la Société des amis des arts à la Chaux-de-Fonds», in: La Coopération, Basel 1944, abgebildet
Rudolf Koella, Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton, Wesen, Bedeutung, Entwicklung, Zürich 1969, S. 301, LK 277
Rudolf Koella, Félix Vallotton, Ausstellungskatalog, Winterthur 1978, S. 77, abgebildet
Günter Busch et al., Félix Vallotton, Leben und Werk, Frauenfeld 1982, S. 225, abgebildet (französische Ausgabe Lausanne 1985, S. 170, abgebildet)
Anne-Françoise Ponthus, La postérité du nabisme dans l'oeuvre peint de Félix Vallotton, Paris 1992, S. 42, Nr. 68
Marina Ducrey, «Vallotton en Bretagne et à Honfleur», Ausstellungskatalog, Morlaix 1998, S. 11, abgebildet
Marina Ducrey, Félix Vallotton 1865–1925, l'oeuvre peint, Catalogue raisonné, Bd. III, Lausanne/Zürich/Milan 2005, Nr. 1540, abgebildet (in Farbe)

Catalogue Note

Wiedergegeben ist auf diesem aussergewöhnlichen Bild das kleine Fischerdorf Loguivy-de-la-Mer an der Nordspitze der Bretagne, das Anfang des 20. Jahrhunderts seines unverdorbenen Charakters und der tiefen Lebenskosten wegen gerne von Künstlern aufgesucht wurde. Auf Einladung eines Malerfreunds, der sich ebenfalls in diesem Dorf niedergelassen hatte, verbrachte Vallotton dort im September 1923 mit seiner Frau Gabrielle ein paar geruhsame Ferientage. Das vorliegende Werk scheint das einzige Bild zu sein, das an diesen Aufenthalt erinnert. Es ist aber, wie die meisten Landschaften Vallottons, nicht vor Ort entstanden, sondern erst nach seiner Rückkehr nach Paris, wobei ihm wohl eine kleine, vor dem Motiv angefertigte Bleistiftskizze als Erinnerungshilfe diente.
Die Bretagne zog den Maler Félix Vallotton immer wieder an, das erste Mal bereits 1896. Wie die zahlreichen, in dieser Gegend entstandenen Bilder des Künstlers zeigen, faszinierte ihn dort nicht nur die wilde, urtümliche Natur, sondern auch die alten, weiss getünchten Häuser, die sich auf dem vorliegenden Werk ebenso grell von ihrer Umgebung abheben wie die Wäsche, die am Strand zum Trocknen ausliegt.  Ungewöhnlich an diesem Bild ist jedoch vor allem, wie Vallotton diesen Sandstrand selber darstellte. Er ist in einem Stil gemalt, den man nur als Pointillismus bezeichnen kann. Dies mutet umso überraschender an, als Vallotton für diese Ende des 19. Jahrhunderts begründete Kunstrichtung sonst nicht viel übrig hatte. Nicht weniger erstaunlich ist, wie kühn auf diesem Bild die Farbe eingesetzt ist: Dem flächigen Hell- und Dunkelblau von Himmel und Meer antwortet im Vordergrund das warme Orange des Sandstrands, das im Schatten dicht mit lila Punkten gesprenkelt ist. Zwischen diesen beiden Zonen aber führt eine braunrote Hecke diagonal in die Tiefe, überragt von ein paar gleichfarbigen Bäumen und den kleinen weiss getünchten Häusern.

Wir danken Dr. Rudolf Koella, Kunsthistoriker, für den Textbeitrag.

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Zurich