Lot 21
  • 21

Félix Vallotton 1865 - 1925

Estimate
500,000 - 700,000 CHF
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Description

  • Félix Vallotton
  • LES CHAMPS, PLATEAU DE LA CROIX-ROUGE, 1914THE FIELDS, PLATEAU OF RED CROSS, 1914
  • Unten rechts Signatur- und Datumsstempel 09

  • Öl auf Leinwand
  • 56 x 96 cm

Provenance

Succession F. Vallotton, Paris
J. Rodrigues-Henriques, Paris
Privatbesitz, Paris
Privatbesitz, Schweiz

Exhibited

Paris, Maison de la pensée française, Félix Vallotton, 1955, Nr. 26 (Les champs, plateau de Honfleur)
Honfleur, Grenier à sel, Félix Vallotton 1865-1925, 1973, Nr. 7, abgebildet
Winterthur, Kunstmuseum etc., Félix Vallotton, 1978-79, Nr. 124
New Haven, Yale Unsiversity Art Gallery etc., Félix Vallotton, 1991-93, S. 231, abgebildet

Literature

Félix Vallotton, Livre de raison, Nr. 1005
Rudolf Koella, Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton, Wesen, Bedeutung, Entwicklung, Zürich 1969, LK 135
Günter Busch et al., Félix Vallotton, Leben und Werk, Frauenfeld 1982, S. 202f., abgebildet (französische Ausgabe, Lausanne 1985, Abb. 151)
Marina Ducrey, Félix Vallotton 1865–1925, l'oeuvre peint, Catalogue raisonné, Bd. III, Lausanne/Zürich/Milan 2005, Nr. 1071, abgebildet (in Farbe)

Catalogue Note

Das Datum 1909, das unten rechts auf der Leinwand angebracht ist, stammt nicht vom Künstler selber, sondern von dessen Stiefsohn, dem Pariser Galeristen Jacques Rodrigues-Henriques, der aufgrund einer Bildbeschreibung in Vallottons eigenhändigem Werkverzeichnis glaubte, das Bild sei bereits 1909 entstanden. Seit längerem ist aber klar, dass es nur mit einer 1914 geschaffenen Landschaft identisch sein kann, die Vallotton in seinem „Livre de raison" folgendermassen beschrieb: „Paysage, betteraves, blés et choux, au fond silhouette d'arbres, au 1r plan longues ombres".
Entstanden ist  das Bild während einem jener langen Sommerurlaube, die der Künstler Jahr für Jahr mit seiner Familie in Honfleur, einer kleinen Hafenstadt in der Normandie, zu verbringen pflegte. Dargestellt ist der Blick auf eine ausgedehnte Hochebene nahe der Stadt, das sogenannte „plateau de la Croix-Rouge", dessen üppige Vegetation Vallotton immer wieder zur Darstellung reizte. In diesem Fall interessierten ihn aber nicht nur die verschiedenfarbigen Felder, die in rasanter Verkürzung in die Tiefe laufen, sondern auch die langen dunklen Schatten, die von links ins Bild fallen, ohne dass deren Verursacher auf der Bildfläche erscheinen würden. Um die formale Präsenz dieser geheimnisvollen Schatten noch zu verstärken, wählte Vallotton für das Bild ein auffallend schmales Querformat, und indem er den niedrigen Baumgürtel im Hintergrund in ebenso dunkle Farben tauchte wie diese Schatten, betonte er die Waagrechte noch ein zweites Mal. Wie auf einem anderen wichtigen Landschaftsbild aus diesem Jahr (Abb.) hat dieser Baumgürtel aber auch die Aufgabe, den rasanten Tiefenzug, der dort durch einen in die Tiefe führenden Feldweg bewirkt wird, zu bremsen und die ganze Gegenstandswelt in ein klar definiertes kubisches Raumgefüge einzubinden. Die in Bleistift ausgeführte Vorzeichnung zu diesem Bild ist im Ausstellungskatalog Félix Vallotton, New Haven 1991/93, auf Seite 294 abgebildet.

Wir danken Dr. Rudolf Koella, Kunsthistoriker, für den Textbeitrag.