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Details & Cataloguing

Swiss Art

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Zurich

Ernst Ludwig Kirchner
1880-1938
1880 - 1938
DREI BAUERN THREE FARMERS

Provenance

Kirchner Nachlass, Museum Basel

Ernesto Blohm, (Juli 1954 durch Prof. Georg Schmidt vermittelt)

Europäischer Privatbesitz

Literature

Donald E. Gordon, Ernst Ludwig Kirchner, Cambridge, Massachusetts 1968, Nr. 707, S. 368, abgebildet

Catalogue Note

Gemalt 1922.

Ernst Ludwig Kirchner's späte expressionistische Entwicklung wurde von Donald E. Gordon kommentiert: ,Die Endlösung von Kirchner's expressionistischem Malstil erfolgte in den Jahren 1921-1923. Obwohl Kirchner's Gemälde immer noch kompatibel sind mit der Intimität und Subjektivität der Jahre zuvor, sind sie monumentaler. Im Frühjahr des Jahres 1921 blickte der Künstler in die Zukunft sowie in die Vergangenheit. [...] Im April begann er ausserdem wieder täglich in der Natur zu malen, wobei er die lineare Malweise ablegte und sich zunehmend auf eine dekorativere Herangehensweise konzentrierte. In dieser Komposition wird der Fokus sofort auf die starken hellen und dunklen Farbkontraste gelenkt' (Donald E. Gordon, op. cit., S.119). Drei Bauern aus dem Jahre 1922 stellt diese neu gewonnene Einfachheit und Monumentalität von Kirchners Stil hervorragend dar. Gleichzeitig veranschaulicht das Gemälde auch den bildlichen Anspruch Kirchners für helle und dunkle Farbfelder, die in klaren Pinselstrichen aufgetragen werden und organische Formen bilden. Typisch für die Schweizer Periode des Künstlers zeigt Drei Bauern Kirchners neuen und überwältigenden Eindruck des Alpenlandes, der in symbolhaltige Formen und Farben übersetzt wird. Im Jahre 1922 beginnt der Künstler ausserdem mit der Arbeit an den grossformatigen Alpsonntagen, den ‚Wandmalereien auf Leinwand', die in ihrer Ausführung und der leuchtenden Farbenpracht mit Drei Bauern zu vergleichen sind. Kirchner selbst erläuterte seine Bildsprache der 1920er Jahre wie folgt: ‚Ich entwickelte die Bildformen aus dem Sehen der Bewegung. Das gibt eine Form, die auf der Beharrung des Lichteindrucks im Auge beruht. Es ist deshalb nicht richtig, meine Bilder mit dem Massstab der naturgetreuen Richtigkeit zu beurteilen, denn sie sind keine Abbildungen bestimmter Dinge und Wesen, sondern selbständige Organismen aus Linien, Flächen und Farben [...]. Meine Bilder sind Gleichnisse, nicht Abbildungen' (Ernst Ludwig Kirchner. Das innere Bild, ‚Farben sind die Freude des Lebens' Ausstellungskatalog, Kirchner Museum, Davos & Museum Folkwang, Essen, 1999-2000, S. 138).

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