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Albert Anker
SCHULKNABE
Schätzung
600.000800.000
Los Verkauft 725,000 CHF (Hammerpreis mit Käuferprovision)
ZU LOS SPRINGEN
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Albert Anker
SCHULKNABE
Schätzung
600.000800.000
Los Verkauft 725,000 CHF (Hammerpreis mit Käuferprovision)
ZU LOS SPRINGEN

Schweizer Kunst / Swiss Art

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Zurich

Albert Anker
1831 - 1910
SCHULKNABE

Provenienz

M. Mallet de Blonay, Céligny (1875)
Mallet de Blonay, Grandson
Privatbesitz, Bern (1962)
Schweizer Privatbesitz (1989) (Durch Erbschaft seit 1962 in der gleichen Familie)

Ausgestellt

Bern, Kunstmuseum, Albert Anker, 1960, Nr. 64

Literatur

Hugo Wagner/Katalin von Walterskirchen, Albert Anker, Katalog der Gemälde und Ölstudien, Bern 1962, Nr. 183, Nr. 6, abgebildet (in Farbe) (Schulknabe mit Schiefertafel)
Sandor Kuthy/Therese Bhattacharya-Stettler, Albert Anker (1831-1910), Werkkatalog der Gemälde und Ölstudien, Basel 1995, S. 134, Nr. 219, abgebildet

Katalognotizen

Gemalt um 1875.

Als einer der begabtesten Kindermaler hat Anker die psychologisch wohl eindringlichsten Kinderbildnisse seiner Zeit geschaffen. Schulkinder mit ihren Schulutensilien unter dem Arm sind ein immer wiederkehrendes Motiv bei ihm, war er doch mit einem von Pes­talozzis Gedankengut ge­leite­ten Bil­dungsan­liegen ausgestattet. Er setzte seine Beobachtungen und Anliegen nicht nur bildnerisch um, er war in Ins auch Sekretär der lokalen Schulkommission und schulpolitisch bis ins hohe Alter aktiv. Er war mit konkreten Bildungsfragen vertraut. Zusammen mit überaus zahlrei­chen Darstellungen von Lesenden und Vorlesenden, Schreibenden und Lernenden zeigen viele seiner Werke, dass für den Künstler das wesentlichste Lebenseli­xier in Wissen, Bildung und geistigen Gütern steckte. Anker war selbst mehrfacher Familienvater und hat an der Entwicklung seiner Kinder regen Anteil genommen. Seine Kinderdarstellungen sind zumeist gleichsam psychologische Studien, aus denen die ganze Wissbegierde junger Individuen jeweils meisterhaft zum Ausdruck kommt. Für dieses Halbfigurenbildnis sass ein blonder Dorfjunge Modell, seine Initialen sind vermutlich auf den Holzrahmen der minutiös beschriebenen Schiefertafel eingezeichnet. Schüchtern, doch voller Erwartung blickt der Knabe im Dreiviertelprofil nach links aus dem Bild. Wie sehr Anker sich nicht nur auf das ernste Antlitz, sondern auch auf stoffliche Einzelheiten eingelassen hat, geht aus dem Malduktus hervor, sorgfältig hat er die Falten und unterschiedlichen Textilien des bauschigen weissen Hemdes und der dunklen Weste herausgearbeitet.

Wir danken Dr. Therese Bhattacharya-Stettler, Co-Autorin des Werkkatalog Albert Anker, für den Textbeitrag.

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Zurich